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Die Anfänge des Schützenwesens in Deutschland verlieren sich im Dunkel der Geschichte. Nicht anders verhält es sich mit dem Schützenwesen unserer engeren Heimat, dem Emsland. Über den Ursprung und über das Entstehen der Schützengesellschaften ruht ein Schleier der Vergessenheit. Die verschiedenen Forschungen auf diesem Gebiet kommen zu dem Ergebnis, dass im 14., vielleicht schon im 13. Jahrhundert die ersten Schützengesellschaften nachweisbar sind.
In den ländlichen Bereichen sind die Schützenvereinigungen sicherlich aus einem Nachbarschaftsverhältnis mit dem Ziel des gegenseitigen Helfens in Notzeiten entstanden. Ebenso verhält es sich bei den Schützengesellschaften in den Städten. Hier fällt die Gründung solcher Einrichtungen oft eng mit der Stadtwerdung zusammen. Aber auch hier wie im ländlichen Raum ist der Grund des Zusammenschlusses von Bürgern in Schützengesellschaften in dem Wunsch oder der Notwendigkeit zu suchen, sich gegen einen Feind zur Wehr zu setzen. Diese Verteidigung machte es erforderlich, sich im Gebrauch einer Feuerwaffe, früher der Armbrust, zu üben. Das Organisieren dieser Abwehrbereitschaft gegenüber einem Angreifer ist eng verbunden mit der Entstehung des Schützenwesens.
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Die Landesherren waren sehr daran interessiert, dass in ihrem Territorium solche Schützengruppen bestanden. Sie förderten diese Einrichtungen, um sich ihrer in Notzeiten zu bedienen. So finden wir in den Anfängen des Schützenwesens nicht selten Stiftungen und Unterstützung durch den jeweiligen Landesherrn. Später, nach Aufstellung von Söldnereinheiten, verloren die Schützengesellschaften immer mehr an Bedeutung. Ihre Tradition blieb jedoch bestehen und findet in der Abhaltung von Schützenfesten noch heute ihre Fortsetzung.
In der Niedergrafschaft Lingen entstanden die Schützengesellschaften überwiegend im 17. Jahrhundert. Für das angrenzende münsterische Gebiet (Meppen und Aschendorf) hatte der Fürstbischof Christoph Bernhard von Galen zu seiner Zeit (1650-1678) die Notwendigkeit der Bewaffung der Landbevölkerung erkannt. Die Idee der Volksbewaffnung war die Geburtsstunde der ländlichen Schützenvereine.
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Die Schwächen der militärischen Verteidigungsmöglichkeiten wurden zuerst in den Kirchorten - den Mittelpunkten im ländlichen Raum – abgestellt. Es entstanden im früheren Kreis Lingen Schützenvereinigungen in den damaligen Kirchorten:
Plantlünne (1609), Thuine (1613), Baccum (1620), Lengerich (1634), Beesten (1771), Freren (1732) und Schapen (1755).
Auch in einzelnen Nichtkirchorten sind Schützenvereine aus dem 17. Jahrhundert nachgewiesen: Holthausen (1612), Altenlingen (1617), Lohne (1624), Suttrup (1625), Darme (1630), Messingen (1631), Biene (1701) und der Schützenverein Clusorth-Bramhar u. Bramhar-Meppen (1697).
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Für den Kirchort Bawinkel kann dieser Nachweis nicht erbracht werden. Trotzdem darf angenommen, ja sogar behauptet werden, dass in Bawinkel das Schützenwesen ebenfalls aus dem 17. Jahrhundert abzuleiten ist. Es gäbe auch keinen plausiblen Grund, dass nur in Bawinkel erst viel später ein Schützenverein entstanden sein soll.
Die älteste überlieferte Königsplakette aus dem Bereich des alten Kirchspiels Bawinkel stammte vermutlich aus dem Jahre 1697 und befand sich früher an der Kette des ebenfalls 1907 neu gegründeten Schützenvereins Clusorth-Bramhar, der darauf seine über 300-jährige Vereinsgeschichte begründet.
Nachweisbar an Hand der Königskette ist das Schützenfest in Bawinkel erst vom Jahre 1907 an. Die Annahme, dass der Verein aber viel älter ist, soll wie folgt erhärtet werden:
Befragung älterer Einwohner
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Eine ältere Kette und eine Fahne (angeschafft 1925) wurden im Jahre 1945 von einem englischen Offizier beim Schützenkönig Hermann Dust entwendet.
Letzter König vor der Unterbrechung soll Gerhard Huer aus Bregenbeck gewesen sein, der auch 1907 zuerst auf dem Thron saß.
Foto des Schützenfestes 1907
Das Bild des Schützenfestes hat für die Geschichte des Schützenvereins
Bawinkel/Plankorth eine große Aussagekraft. Der König trägt eine Kette mit
wenigstens 20-30 Schildern. Alle Schützen tragen bereits einen einheitlichen
Schützenhut.
Zeitungsinserat
Im "Lingener Volksboten" vom 11. Mai 1907 steht eine Annonce des Schützen-
Vereins Bawinkel über den Ablauf des Festes 1907. Hier ist allerdings die Rede vom
ersten Schützenfest. Es kann sich hierbei aber nur um das erste Fest nach der
Neugründung gehandelt haben.
Schriftliche Aufzeichnungen
Aus einem Anschreibebuch der Familie Degen vom Jahre 1854 geht hervor, dass der damalige Hofbesitzer beim Schützenfest Ausgaben in Höhe von 5 Stüber tätigte.
Ein Schießstand bei Dust im Waldfrieden war 1907 bereits vorhanden.
Die vorstehenden Belegstücke und Überlieferungen sind Beweise dafür, dass der Schützenverein Bawinkel ebenfalls auf ein hohes Alter zurückblicken kann. Es härtet die zuvor gemachte Annahme, dass der Schützenverein Bawinkel, wenn auch mit Unterbrechungen, bereits im 17. Jahrhundert gegründet wurde.
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Nach der Königskette wurden das erste neue Königspaar für die Jahre 1907/08 Theodor Winkeler und Maria Mönch. Das Fest wurde am 12. und 13. Mai gefeiert.
Für das Fest des Jahres 1908 gab der Rechnungsführer F. W. Revermann die Verpachtung der Schützenwirtschaft bekannt. Die Kleinbahn setzt sogar einen Extrazug von und nach Lingen am Sonntag, dem 1. Juni 1908. Festwirt war Bernhard Tihen.
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